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  • Die Ratzmann-Orgel

    Die Ratzmann-Orgel von 1905

    Orgel-01
    Die 1905 erbeute Orgel mit dem neugotischen Prospekt

    Orgel-02
    Der rekonstruierte Spieltisch

    Nach Erbauung der neugotischen Kirche wurde an den Gelnhäuser Orgelbauer Wilhelm Ratzmann der Auftrag für eine neue Orgel gegeben. Diese wurde 1905 fertiggestellt.
    Die Orgelbauerfamilie Ratzmann kam ursprünglich aus Ohrdruf/Thüringen. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts kam die Familie durch den Bau der Orgeln in der Fuldaer Stadtpfarrkirche und der Bergkirche in Niedergründau in das Gebiet um Gelnhausen.

    Die Orgel weist folgende Dispositionen auf:

    1. Manual

    2. Manual

    Pedal

    Bourdon 16´

    Geigenprinzipal 8´

    Subbass 16´

    Prinzipal 8´

    Lieblich Gedeckt 8´

    Violon 16´

    Hohlflöte 8´

    Harmonieflöte 8´

    Violon 8´

    Viola di Gamba 8´

    Aeoline 8´

    Pedalkoppel I

    Rohrflöte 4´

    Vox celeste 8´

    Pedalkoppel II

    Octave 4´

    Traversflöte 4´

     

    Octave 2´

    Fugara 4´

     

    Mixtur 4f. 2 2/3´

     

     

    Trompete 8´

     

     

    Manualkoppel II/I

     

     

    Die Disposition mit allen Details als PDF hier öffnen

    Spielhilfen: Druckknöpfe: Piano, Mezzo-Forte, Tutti, Auslöser
    System: Kegelladen mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur

    Der damalige Fuldaer Domorganist Ferdinand Rübsam bezeichnete das Instrument in einem Schreiben vom 16. Dezember 1905 als ein „prächtiges Instrument“.

    1949 wurden durch die Fuldaer Orgelbaufirma Alban Späth einige Änderungen an der Disposition durchgeführt: Geigenprinzipal 8´ wurde in Prinzipal 4´ und Fugara 4´ in Prinzipal 2´ umgeändert. Der charakteristische Klang des zweiten Manuals ging dadurch verloren. Zudem wurde die Mixtur 2 2/3´ in eine Mixtur 2´ geändert.
    1973 wurde durch die Orgelbaufirma Schmitt die Pneumatik durch eine elektrische Traktur ersetzt. Die Disposition der Orgel wurde trotz anderer Pläne nicht geändert.

    2002 wurde durch die Orgelbaufirma Weiß aus Zellingen bei Würzburg eine grundlegende Renovierung des Instrumentes durchgeführt:

    · Rückführung in die originale Disposition nach Ratzmann

    · Neue Prospektpfeifen aus Zinn

    · Rekonstruktion des pneumatischen Spieltisches und der pneumatischen Traktur

    · Reinigung der Windladen, der Pfeifen und aller weiteren Orgelteile

    · Neubelederung der Kegel und Ausbrennen der Kegelbohrungen

    · Überarbeiten der Windanlage

    · Neuintonation der Orgel

    Der pneumatische Spieltisch wurde durch die Firma Eisenschmidt aus Andechs/Obb. gebaut.

    Die 1949 durch den Orgelbauer Späth veränderte Fugara 4´ konnte durch originale Pfeifen dieses Registers ersetzt werden: die Evangelische Kirchengemeinde Eiterfeld-Buchenau stellte dankenswerterweise von ihrer abgebauten Ratzmann-Orgel dieses Register zur Verfügung.

    Sicherlich bedeutete die Entscheidung für eine derart aufwendige Restaurierung eine erhebliche finanzielle Belastung für eine dörflich strukturierte Kirchengemeinde. Diese Belastung war jedoch nicht zuletzt vor dem Hintergrund gerechtfertigt, dass die Altenmittlauer Orgel eines der letzten größeren Instrumente des Gelnhäuser Orgelbauers Wilhelm Ratzmann mit einem fast vollständig original erhaltenen Pfeifenwerk darstellt.

    Nach der erfolgreichen Restaurierung der Orgel kann man sich an dem Instrument überzeugen, wie die pneumatische Traktur und das romantisches Klangbild als ein Gesamtes zusammengehören. Als Organist ist man überrascht, mit welcher Präzision die pneumatische Traktur arbeitet.

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